Pressemeldung vom 15.05.2017

Etwa 180 Interessierte bei der Bürgerinformation im Tanzhaus am Freitag und ca. 70 Mitwirkende beim aktiven Beteiligungsformat, dem Bürgerworkshop im Central am Samstagvormittag. Damit ist nicht nur zahlenmäßig die Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung des Bahnhofsumfelds erfolgreich gestartet.

Dass sich hier etwas tun muss, darüber waren sich ausnahmslos alle einig. Nicht nur Bürgerinnen und Bürger, Anwohner und Gewerbetreibende, sondern auch die DB Station&Service AG, die Stadt Düsseldorf und die Rheinbahn AG. Im März wurde bereits eine Rahmenvereinbarung zum „Masterplan Areal Düsseldorf Hauptbahnhof“ unterzeichnet.
Bevor man aber an die konkrete Planung geht, soll die interessierte Öffentlichkeit befragt werden, wie Beigeordnete Cornelia Zuschke betonte. „Wir wollen wirklich eine Stunde Null kreieren, in der alle Menschen sagen können, was ihnen zum Bahnhof wichtig ist, und dann wollen wir erst loslegen“, so ihr Credo. Oliver Hasenkamp als Vertreter der Bahn unterstüzte dies.

Die Bürgerinformation startete mit einer Slam-Performance von Oberstufenschüler*innen des Lessing-Gymnasiums, die auf erfrischende Weise kreative Zukünfte beschrieben: „Wenn ich was zu sagen hätte…“. Dann folgten drei Kurzvorträge internationaler Experten. Sie regten die Fantasie des Publikums an mit instruktiven Beispielen wie dem des modernen Bahnhofs in Arnheim NL. Sie stellten Mobilitätstrends der Zukunft vor und fragten nach den Funktionen von Bahnhöfen. Tor zur Stadt, Aushängeschild, Schnittstelle multimodaler Mobilität, Aufenthaltsqualität und weitere Funktionen wie Gastronomie und Einkaufs­möglichkeiten wurden genannt. Der Bahnhof als „Attraktor“ lautete ein bedenkenswertes Stichwort, als Anziehungspunkt und nicht nur als Durchlaufstation. Szenenapplaus erhielt Bahnvertreter Hasenkamp für seine Antwort auf die Frage, ob die Bahn für eine große Gesamtlösung der Umgestaltung des Areals zur Verfügung steht. Es war ein kurzes und klares „Ja“.

Der Samstag startete mit einem Rundgang über das Bahnhofsareal. Auch Düsseldorfer, die sich auskennen, entdeckten dabei Details, die sie sich nicht erklären konnten. Etwa zwei Betonklötze, die sich als Entlüftungs­schächte eines Luftschutzbunkers entpuppten.
Dann ging es an die Arbeit. „Was sind die Erfolgsfaktoren für die Gesamtentwicklung des Areals?“, lautete die erste Frage, die in sieben Gruppen diskutiert wurde. Es brodelte geradezu in der  verglasten Brücke des Central mit freiem Blick auf das Bahnhofsgelände. Vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten, Wirtschaftlichkeit und Finanzierung, umfassende Neuordnung der Verkehrsführung und Anbindung an die Innenstadt wurden genannt.

Weiter ging es mit Fragen zu den Bereichen Verkehr, Soziales und Neubau bzw. Denkmalschutz. Was soll erhalten, was verändert, was erneuert werden?
Hier gab es einen Reigen zahlreicher Vorschläge: kleine und kurzfristig umsetzbare zu Sauberkeit, Tauben und Orientierung;  grundsätzliche wie Atmosphäre verbessern, Verkehr neu ordnen; konkrete wie Imbiss­buden auf dem Platz entfernen; soziale zu multikulturellem Raum, Familienfreundlichkeit; ökologische wie E-Mobilität fördern, Bäume erhalten und wirtschaftliche pro und contra Ergänzungsbau Hochhaus. Vorschläge, die in einer Dokumentation transparent festgehalten werden und ihrer Vielzahl noch ausgewertet werden müssen.

Mit Cornelia Zuschke und Oliver Hasenkamp waren die Vertreter von Stadt und Bahn positiv gestimmt von der konstruktiven Arbeit und den Erkenntnissen des Wochenendes. Einhellig versprachen sie, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in die Ausschreibung des nachfolgenden Wettbewerbsverfahrens einfließen zu lassen. Die Auswertung soll in einer weiteren Veranstaltung öffentlich vorgestellt werden. Zusätzlich sollen zwei Bürgerplätze in der Wettbewerbsjury als beratende Mitglieder unter Interessierten ausgelost werden.
Auch wer am Wochenende nicht teilnehmen konnte, hat weiter die Möglichkeit, sich mit Anregungen und Vorschlägen online hier zu beteiligen.